115 Jahre Zweite Feuerwehrkompanie «Germania» von Puerto Varas
Tradition, Freiwilligkeit und moderner Einsatz La Segunda Compañía de Bomberos «Germania» de Puerto Varas cuenta con una historia de más de cien años. Fundada por colonos alemanes y sus descendientes, hasta hoy se mantiene al servicio de la comunidad, combinando sus raíces históricas con las exigencias de la gestión moderna de emergencias. En una entrevista con el Cóndor, el capitán de compañía Dieter Schwabe habla sobre los orígenes, la impronta alemana, la vida cotidiana del cuerpo de bomberos, las intervenciones más relevantes y los desafíos futuros de la Segunda Compañía de Bomberos «Germania» de Puerto Varas.
Wie kam es zur Gründung der Zweiten Feuerwehrkompanie «Germania» von Puerto Varas? Am 5. März 1911 traf sich eine Gruppe deutscher Siedler und ihrer Nachkommen, bestehend aus Karl Küster, Carlos Opitz, Jorge Schmidt, Teodoro Brintrup, Teodoro Schwerter, Leopoldo Holtheuer, Germán Siefert, Franz Lüttecke, Juan Toirkens, Pablo Dassé, Amador Cid, Enrique Felmer, Víctor Hölck, Enrique Fehring und Luto Klenner.
Ihr Ziel war es, die Zweite Feuerwehrkompanie «Germania» von Puerto Varas zu gründen, um der Gemeinschaft zu dienen. Zu jener Zeit entstand die Kompanie unter der Bezeichnung «Äxte, Leitern und Eigentumsschutz». Dies bedeutete, dass wir neben dem Einsatz bei Bränden auch Aufgaben der Schutz- und Wachfunktion übernahmen, da es vor mehr als 100 Jahren noch keine Carabineros de Chile gab.
Diese Rolle als schützende Wächter stand in direktem Zusammenhang mit der Erfahrung unseres Gründungsdirektors Franz Lüttecke, der preußischer Militär und Veteran des Deutsch-Französischen Krieges war. Gibt es heute noch eine Zusammenarbeit mit Deutschland? Aufgrund unserer deutschen Wurzeln gab es stets eine Form des Kontakts oder der Zusammenarbeit mit Deutschland, insbesondere im Bereich technischen Wissens und der Unterstützung durch Ausrüstung.
Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir die Beziehungen zur Feuerwehr der Stadt Stuttgart gestärkt, von der wir dank verschiedener Initiativen eine große Menge persönlicher Schutzausrüstungen erhalten haben. Darüber hinaus ist die Zweite Feuerwehrkompanie «Germania» Teil der Konföderation deutsch-chilenischer Feuerwehrkompanien, in der sich Einheiten aus ganz Chile mit deutschem Ursprung zusammenschließen, um Kameradschaft zu fördern und technisches Wissen auszutauschen. Diese Konföderation unterhält ebenfalls enge Beziehungen zu Deutschland, darunter Praktika bei der Berliner Feuerwehr, Kadettenlager in Berlin sowie Ausbildungsaktivitäten bei der Feuerwehr Frankfurt am Main.
Diese Möglichkeiten erlauben es Feuerwehrleuten und Kadetten, nach Deutschland zu reisen, dort Schulungen zu absolvieren und neue Technologien im Rettungsdienst kennenzulernen. Welche Bedeutung hat heute die Gründung durch Deutsche? Zu den Merkmalen, die uns als Kompanie deutschen Ursprungs definieren, gehört ein großer Stolz auf unsere Wurzeln sowie die Bedeutung, die wir der Pflege unserer Traditionen beimessen.
Dass unsere Kompanie von deutschen Siedlern und ihren Nachkommen gegründet wurde, macht uns zu einem Teil der Geschichte im Süden Chiles und zugleich zu einem Teil der Gemeinde, die wir heute schützen. Das ist von unschätzbarem Wert. Wie viele Mitglieder hat Ihre Einheit – aktive und freiwillige?
Derzeit verfügt die Kompanie über insgesamt 72 freiwillige Feuerwehrleute. Es handelt sich um eine Mannschaft aus Männern und Frauen mit einem gemeinsamen Ziel: der Gemeinschaft zu dienen. Unter ihnen gibt es Feuerwehrleute mit mehr als 55 Dienstjahren, die die Auszeichnung «Bomberos Insignes de la República» erhalten haben.
Welches sind die häufigsten Arten von Einsätzen? Die häufigsten Einsätze sind Brände und Verkehrsunfälle, gefolgt von Gasaustritten auf öffentlichen Straßen und in Wohnhäusern. Während der Covid-19-Pandemie und mit der zunehmenden Verbreitung von Telearbeit verzeichnete die Gemeinde jedoch ein starkes Bevölkerungswachstum, was zu einem allgemeinen Anstieg der Einsätze führte.
Wie groß ist Ihr Einsatzgebiet? Im städtischen Bereich von Puerto Varas sind vier Feuerwehrkompanien stationiert, von denen wir eine sind. Unser Zuständigkeitsbereich umfasst den Nordwesten der Gemeinde.
Da wir jedoch auf chemische Notfälle spezialisiert sind, werden wir auch zu Einsätzen außerhalb unseres unmittelbaren Zuständigkeitsgebiets gerufen und decken damit faktisch das gesamte Gemeindegebiet ab. Zudem unterstützen wir benachbarte Feuerwehren in diesem Bereich. Über welche Fahrzeuge und Ausrüstung verfügen Sie?
Derzeit verfügen wir über einen schweren Mehrzweck-Löschwagen der Marke IVECO, Modell Stralis 330, Baujahr 2021. Das Fahrzeug ist für verschiedene Einsatzarten ausgerüstet, insbesondere für Brände, und verfügt über einen Wassertank mit 4. 000 Litern sowie eine nominale Förderleistung von 4.
800 Litern pro Minute. Zusätzlich besitzen wir einen Renault Albertville 4. 000, Baujahr 2004, ausgestattet mit einem 4.
000-Liter-Wassertank sowie mit Materialien und Werkzeugen für chemische Einsätze. Dazu gehören spezielle Chemikalienschutzanzüge, Messgeräte für brennbare, toxische und Kältemittelgase sowie Systeme zur Kontrolle von Leckagen aus Tanks und Rohrleitungen. Wie sieht ein typischer Tag in Ihrer Kompanie aus?
Tagsüber kommen jene Feuerwehrleute ins Gerätehaus, die im Homeoffice arbeiten, Studenten mit späterem Unterrichtsbeginn sowie Mitglieder, deren Arbeitsplätze in der Nähe liegen. Viele kommen auch zum Mittagessen oder auf eine Tasse Kaffee vorbei, während sie für Einsätze verfügbar bleiben. Nach dem regulären Arbeitsende treffen weitere Feuerwehrleute ein, darunter auch jene, die ihren Nachtdienst antreten.
An den Wochenenden gestaltet sich der Ablauf anders: Bereits früh am Morgen sind Feuerwehrleute im Gerätehaus, da der Samstag dem Unterricht der Kadetten gewidmet ist – minderjährigen Jugendlichen, die sich auf ihren zukünftigen Dienst vorbereiten. Wie oft und in welcher Form finden Übungen oder Trainings statt? In der Regel finden mehrere Übungen pro Monat statt, insbesondere dann, wenn neue Ausrüstung eintrifft oder eine spezielle Einsatztechnik trainiert werden muss.
Es ist wichtig, aktiv zu bleiben und unsere Werkzeuge sicher zu beherrschen. In Entscheidungssituationen, die über Leben und Tod entscheiden können, darf kein Raum für Zweifel bleiben. Wie motivieren Sie junge Menschen, der Feuerwehr beizutreten?
Gibt es genügend Nachwuchs? Regelmäßig besuchen wir Schulen, um unsere Arbeit bei Einsätzen und unsere Rolle in der Gemeinschaft vorzustellen. Auf diese Weise machen wir junge Menschen auf die Möglichkeit aufmerksam, sich unserer Kompanie anzuschließen und so den Generationenwechsel zu sichern.
Darüber hinaus führen wir unsere Übungen bewusst an gut sichtbaren Orten durch, um auch außerhalb der Schulen Interesse bei Jugendlichen zu wecken, die der Gemeinschaft dienen möchten. Was sind derzeit die größten Herausforderungen für Ihre Kompanie? Eine der größten Herausforderungen ist zweifellos die Gewinnung neuer Mitglieder.
Puerto Varas ist stark gewachsen, doch viele Feuerwehrleute arbeiten außerhalb der Gemeinde oder studieren in anderen Städten. Die unmittelbare Einsatzbereitschaft liegt daher oft bei jungen Menschen und jenen, die in der Nähe arbeiten. Der Nachwuchs ist deshalb ein zentrales und dauerhaftes Thema.
Wie hat sich die Feuerwehrarbeit in den letzten Jahren verändert? Die Arbeit hat sich grundlegend gewandelt. Früher verfügten Feuerwehrleute lediglich über Helm, Lederjacke, Gummistiefel und ein feuchtes Tuch zum Schutz der Atemwege.
Technisches Wissen wurde durch Mut ersetzt. Heute erfordern neue Technologien, moderne Schutzkleidung, Fahrzeuge und veränderte Bauweisen eine stetige Spezialisierung, Ausbildung und Anpassung. Statt unkontrolliert Wasser einzusetzen, arbeiten wir heute mit präzisen Wassermengen, Löschschaum und chemischen Zusätzen.
Und alles deutet darauf hin, dass lebenslanges Lernen unverzichtbar bleibt. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsdiensten und Behörden? In der Regel bestehen sehr gute Beziehungen zu den anderen Einsatzorganisationen wie Rettungsdiensten und Carabineros.
Jede Institution arbeitet in ihrem Zuständigkeitsbereich, und bei Bedarf erfolgt die Zusammenarbeit reibungslos. Unser Auftrag gilt der Stadt und ihren Bewohnern – Konkurrenzdenken hat hier keinen Platz. Welche Wünsche oder Bedürfnisse haben Sie gegenüber der Bevölkerung?
Als freiwillige Institution sind wir dauerhaft auf neue Mitglieder angewiesen. Der enge Kontakt zur Gemeinschaft ist daher entscheidend, um unsere Arbeit sichtbar zu machen und zukünftige Feuerwehrleute zu gewinnen. Gibt es Pläne oder Projekte für die Zukunft?
Zu unseren aktuellen Projekten zählt die Zertifizierung als Einheit für Gefahrguteinsätze im Sistema Nacional de Operaciones de Bomberos de Chile. Dafür investieren wir in Ausbildung und neue Ausrüstung. Zudem planen wir den Bau eines neuen Gerätehauses, das den heutigen Anforderungen gerecht wird, sowie die Erneuerung zweier Einsatzfahrzeuge: eines für chemische Notfälle und eines für den Brandeinsatz – zum direkten Nutzen der Bevölkerung.
¿Te pareció importante esta noticia?
Compártela y mantén informado a Chile